Sportler sind keine Lehrbuch-Tabellen: Was ein Bienenschwarm im September über Trainingssteuerung verrät
Schlägt man klassische Lehrbücher der Trainingslehre auf, wirkt die Steuerung sportlicher Leistung herrlich mathematisch: Maximale Herzfrequenz ? 220 minus Lebensalter . Fettverbrennungszone ? Exakt 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Laktatschwelle ? Bei genau 4,0 mmol/l Blutlaktat. Regenerationszeit nach intensivem Reiz? Exakt 48 Stunden . Es ist die Verlockung mechanistischer Einfachheit: Man wirft oben einen definierten Reiz hinein, verrechnet ihn mit einer festen Formel, und unten spuckt das System eine garantierte Leistungsanpassung aus. Moderne Sportuhren treiben dieses Versprechen auf die Spitze, wenn sie Athleten nach dem Lauf auf die Nachkommastelle mitteilen, zu wie viel Prozent sie erholt seien oder wie viele Gramm Fett sie verbrannt hätten. Doch wer in der Praxis der Trainingssteuerung arbeitet, erlebt regelmäßig das genaue Gegenteil. Warum das so ist, führt eine Parabel aus einem völlig anderen Fachbereich vor Augen: der Biologie. Der „September-Schwarm“ als L...