Direkt zum Hauptbereich

Laufanalyse optimieren: mit funktionellen Bewegungstests (Functional Movement Screen)

Anlässlich des "Sommerkurses Sportmedizin" in Garmisch-Partenkirchen lud  mich der Orthopäde und Sportwissenschaftler Lutz Nitsche ein 2 Vorträge zu halten. Neben "Krafttraining im Radsport" durfte ich über "Funktionelle Bewegungsanalysen" referieren. Dabei stellte ich den Medizinern vor, wie funktionelle Bewegungsanalysen genutzt werden können, um die Ergebnisse einer Laufanalyse aufzuwerten.

Live-Demonstration mit den Ärzten vor Ort!
Dabei eignet sich insbesondere der "Functional Movement Screen", um eine Laufanalyse durch objektive Befunde zu ergänzen. Nur so lassen sich wirklich passende und individualisierte Trainingsprogramme entwickeln, um den Laufstil nachhaltig positiv beeinflussen zu können.


Anhand eines Beispiels aus der täglichen Arbeit bei iQ athletik konnte ich, wie wichtig eine ergänzende funktionelle Bewegungsanalyse sein kann. Bei unserem Beispiel sorgte eine "funktionelle Dysfunktion" dafür, dass das Bild bei der Laufanalyse zunächst nicht sehr auffällig war. Ganz konkret hatte der Sportler eine eingeschränkte Beweglichkeit im Bereich der Hüfte. Gleichzeitig fehlte ihm Stabilität im Bereich der "Abduktoren" und der tiefen Gesäßmuskulatur. Die fehlende Beweglichkeit gab dem Sportler nun beim Laufen wieder Stabilität, so dass keine großen Ausweichbewegungen erkennbar waren. Die funktionelle Bewegungsanalyse konnte dann die eigentlichen Probleme aufdecken - dank des Functional Movement Screen (FMS) entwickelten wir ein passendes Trainingsprogramm, dass individuell auf die Probleme des Sportlers angepasst war.





Beliebte Posts aus diesem Blog

Pacing auf dem Rad im Triathlon (Ironman-Langdistanz)

Wenn Sie einen Triathlon auf der Lang- oder Mitteldistanz finishen möchten, spielt das Pacing - also die Belastung bzw. das Dosieren der Intensität eine sehr große Rolle. Wie schnell können Sie auf dem Rad fahren, ohne zu "überziehen"? Für Besitzer eines Leistungsmessers gibt es mathematische Ansätze eine Leistungsschwelle zu berechnen, an der man sich im Wettkampf orientieren kann. Allerdings sind diese Ideen nicht erfolgsversprechend, da der menschliche Organismus eben derart komplex ist, dass beispielsweise die Leistungsfähigkeit des Fettstoffwechsels eben anhand der Leistung nicht berechnet werden kann. Je besser der Körper in der Lage ist Fette auch bei höheren Belastungen zu verbrennen, desto schneller können Sie auch auf dem Radsplit fahren. Stress, Schlafmangel und die unzureichende Abstimmung der Nährstoffzusammensetzung kann die Leistungsfähigkeit Ihres Fettstoffwechsels reduzieren. Pacing-Test auf dem eigenen Rad Dennoch lassen sich im Stoffwechsel Veränder...

Selbständigkeit im Nachwuchsleistungssport: Vom Anweisen zum Entscheidenlernen

Der Trainer, der sich selbst überflüssig macht Autor: Dennis Sandig Was wäre, wenn der Trainer morgen nicht mehr da wäre? Wüsste der Nachwuchsathlet , wie er sich auf ein Training vorbereitet? Könnte er einschätzen, ob er müde oder tatsächlich erschöpft ist? Würde er erkennen, wann er eine Belastung durchziehen kann und wann eine Anpassung sinnvoll wäre? Könnte er nach einem schlechten Wettkampf Probleme analysieren, ohne sofort auf eine fertige Antwort des Trainers zu warten? Diese Fragen führen zu einem Aspekt der langfristigen Athletenentwicklung , über den meines Erachtens zu wenig gesprochen wird: Ein guter Trainer entwickelt nicht nur sportliche Leistung. Er entwickelt zunehmend die Fähigkeit des Athleten, selbst gute Entscheidungen zu treffen .  Der zugrunde liegende Gedanke findet sich auch im Ausgangsmaterial: Mit zunehmendem Alter sollte sich die Verantwortung schrittweise vom Erwachsenen zum Athleten verschieben. Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen Im Nachwuchslei...

Risikokompetenz statt Risikovermeidung – was der Nachwuchsleistungssport daraus lernen kann

Autor: Dennis Sandig Im Nachwuchsleistungssport versuchen wir aus guten Gründen, Risiken zu reduzieren. Trainingsbelastungen werden geplant, Bewegungsabläufe korrigiert, Wettkampfkalender abgestimmt, medizinische Untersuchungen durchgeführt und immer mehr Daten erhoben. Eltern, Trainer, Ärzte und Verbände tragen Verantwortung für junge Athleten. Niemand wird ernsthaft dafür plädieren, vermeidbare Verletzungen oder Überforderungen als notwendige Bestandteile der Talententwicklung hinzunehmen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie junge Athleten lernen sollen, selbständig mit Belastung, Unsicherheit und schwierigen Entscheidungen umzugehen, wenn Erwachsene versuchen, möglichst viele dieser Entscheidungen für sie zu treffen? Eine interessante Perspektive darauf liefert zunächst ein Forschungsgebiet, das mit Nachwuchsleistungssport gar nicht unmittelbar zu tun hat: die Forschung zum sogenannten risky play oder adventurous play .  „Symbolbild, KI-generiert“ Risiko ist nicht...